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Mitscherlichsymposium in Berlin und Paulinenaue
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02. 02.-03. 02. 2006: Symposium zu Ehren von Eilhard Alfred
Mitscherlich / Veranstaltung in Berlin und Paulinenaue
Thema: Modellierung pflanzlicher Systeme aus historischer
und aktueller Sicht
Veranstalter: Humboldt-Universität zu Berlin
Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, Landesamt für
Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg,
Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung Müncheberg,
Paulinenauer Arbeitskreis Grünland und Futterwirtschaft e.V.,
Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer Möglin e.V.
Mitteilung: Vor dem Hintergrund einer dramatisch
wachsenden Weltbevölkerung, steigender Ansprüche der Verbraucher
an die Produktion von Nahrungsmitteln und immer knapper werdender
natürlicher Ressourcen stehen die Pflanzenbauwissenschaften
vor neuen Herausforderungen. Naturprozesse in Zahlen auszudrücken
und letztlich auch vorherzusagen - zu modellieren- ist bei der scheinbaren
Unendlichkeit von Einflussgrössen eine der aktuellen Aufgaben.
Der umfassend gebildete Mitscherlich (1874-1956) richtete seine
Gedanken und Arbeiten schon sehr früh auf dieses Ziel und verfolgte
die „Mathematisierung“ pflanzlicher Prozesse bis an
sein Lebensende 1956. Dabei verlor er keinesfalls die notwendige
Nähe zur landwirtschaftlichen Praxis aus den Augen. Er war
immer bemüht, seine in Gefäßversuchen ermittelten
Ergebnisse über Feldversuche in die Praxis zu übertragen.
Dieses dreistufige System der pflanzenbaulichen Forschung ist auch
heute noch, trotz drastischer Kürzungen in der Agrarforschung,
der Weg zu neuen praxiswirksamen Erkenntnissen in der Landwirtschaft.
Mitscherlich studierte in Kiel und Berlin. Nach kurzem Aufenthalt
als Wissenschaftler in Kiel ging er 1906 nach Königsberg und
war dort bis 1941 Professor für Pflanzenbaulehre und Bodenkunde.
1944 wurde er von seinem Familiengut in Schwiebus bei Kutschlau
vertrieben. In Anbetracht des Elends, welches der Zweite Weltkrieg
hinterließ und auch seiner persönlichen Situation war
es nur verständlich, dass sich Mitscherlich- bereits fünf
Jahre im Ruhestand- 1946 wieder zur Verfügung stellte und ein
Ordinariat an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin übernahm. Von dort
wechselte er 1950 in die neugegründete Akademie der Landwirtschaftswissenschaften
der DDR und leitete bis zu seinem Tode das Institut zur Steigerung
der Pflanzenerträge. Sein nationales und internationales Renommee
belegen hohe Auszeichnungen, Ehrenpromotionen, Mitgliedschaften
in bedeutenden Organisationen und Fachzeitschriften.
Die Beiträge des Symposiums anlässlich des 50. Todestages
von Eilhard Alfred Mitscherlich zeigen, wie richtig die Ideen dieses
großen Wissenschaftlers waren und welche herausragende Bedeutung
die von ihm begründete Wissenschaftsdisziplin gerade in der
heutigen Zeit mit ihren vielfältigen technischen Möglichkeiten
für die weitere Beschreibung und Steuerung biologischer Prozesse
hat.
Dr. W. Hübner
Möglin, 15.12.2006
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