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Reformator A.D.Thaer im Theaterparcour Celle 2017

10.07.2017

Das Schlosstheater in Celle hat sich anlässlich gleich zweier großer Jubiläen auf besondere Art dem Thema Reformation in Celle angenommen und es mit einem aufwendigen und umfangreichen Projekt umgesetzt:

Die Stadt als Bühne, die Zuschauer als Gäste, Besucher, Pilger auf einem Theater Parcours der Stück für Stück zahlreiche Facetten des Weges zur „Reformation“ aufgreift und beleuchtet.

Eine dieser Stationen als Bühne des Parcours ist das Haus „Goldene Sonne“, hier führt der Weg der Schöpfung hin - Thaers Haus und Garten. Albrecht Daniel Thaer ist nach Celle zurückgekehrt. Er führt ein offenes Haus und ist in seiner Arztpraxis oder in seinem Garten anzutreffen. Als Initiator der rationellen Landwirtschaft ist Thaer ein entscheidender Reformator. Seine Motivation, sich mit der Landwirtschaft und der Ernährung zu befassen, ist auf die misslichen Zustände der Gesundheit, die er als Celler Arzt bei seinen Patienten ausmacht, zurückzuführen. Thaer will Ursachen beheben, anstatt an den Folgen zu doktern.

Teile des Drehbuches wurden einem historischen Frauenroman von der Celler Stadtführerin Frau Karin Sohnemann entnommen. Allein der Buchtitel verspricht amüsante Stunden während des Schauspiels, sowie auch beim Lesen des Romans mit dem Titel „Phillipine und die Kuherei“ – Phillipine von Willich und Albrecht Daniel Thaer – eine Ehe zwischen Kuhstall und Staatskabinett.

Die Theateraufführung war ein sehr großer Erfolg für das Publikum in Stadt und Landkreis und hat möglicherweise eine Fortsetzung im Heimatverein, wo das Stück noch einmal aufgeführt werden kann. In 11 Aufführungen wurden etwa 700 Besucher direkt angesprochen.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert heiratet Phillipine den Humanmediziner Albrecht Daniel Thaer, doch ein geruhsames Leben als Mutter und Arztgattin steht ihr nicht bevor. Thaer, der sich zunehmend der Reformation der Landwirtschaft widmet, wird von ihr unterstützt, indem sie neben der eigenen Familie (11 Kinder) auch die Milchwirtschaft plant, Statistiken führt und die Buchhaltung organisiert.

Die Figur Phillipine ist eine Frau, deren Bedürfnisse zwar unter Thaers Forschungsdrang leiden, die jedoch ihren „Oberökonomen“ durchaus Paroli bieten kann. Auch ist es die Ehefrau, die ethische und moralische Bedenken im Hinblick auf die Ertragssteigerung und die Zucht im Pflanzen- und Tierbereich formuliert.

Sie ist eine starke Frauenfigur, angelehnt an die Lebensgeschichte Albert Daniel Thaers, und damit nicht nur ein Roman über die sich entwickelnden Agrarreformen zur damaligen Zeit, sondern auch eine starke Frauenfigur, die die Stellung der Frau in der Epoche hinterfragt.

Das Buch ist im Celler Buchhandel oder direkt über die Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer zu beziehen.

 

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H.Terkamp