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Boden als Naturkapital

11.12.2018

"Boden als Naturkapital"  das war der Titel der kleinen Ausstellung der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer im Eingangsbereich des Bundespresseamtes am 4. Dezember 2018. Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt hatte aus Anlass des Weltbodentages 2018 zu einer Fachtagung eingeladen, die unter dem hochaktuellen und zugleich provokanten Thema „Der Boden und das Kapital- Boden im Karl-Marx-Jahr 2018“ stand.

Einig waren sich die Vortragenden wohl darüber, dass der Verbrauch der begrenzt vorhandenen Ressource Boden gestoppt werden muss. Großzügige Verkehrsbauten und auch Wohnbauvorhaben müssen immer und noch kritischer aus dieser Sicht bewertet werden. Der Boden ist nicht nur für die Ernährungssicherung unerlässlich, seine natürlichen Funktionen wie z.B. Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe wie auch sein Humusgehalt sind für Umwelt und Klima von ausschlaggebender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist die aufgeworfene Frage nach dem Eigentumsrecht an Boden zu stellen. „Eigentum verpflichtet“ steht in den Verfassungen der Bundesländer. Aber wie kann der Staat den Bodennutzern immer weitere Pflichten auferlegen und vor allem deren Durchsetzung kontrollieren?

Das Interesse von Finanzinvestoren vornehmlich Gewinne zu generieren steht völlig konträr zur nachhaltigen Bewirtschaftung des erworbenen Bodens. "Verhindert „landgrabbing“ in Deutschland!" - ein Zwischenruf aus dem Publikum

Der Aktualität einiger Zitate von Karl Marx konnte man sich nicht entziehen. Eine gemeinwohlorientierte und gerechte Bodenpolitik forderte der Initiator der „Gemeinwohl-Ökonomie“ aus Österreich. Unternehmen sollen nicht nach ihren finanziellen Erfolgen, sondern nach ihrem Beitrag zum Gemeinwohl bewertet werden. Das klang schon sehr utopisch und erinnerte an die besten und nie erreichten Absichten und Ziele einer kommunistischen Gesellschaft.

Boden ist Naturkapital mit dem man im Interesse der ganzen Gesellschaft sorgsam umgehen muss und den man nicht den Gesetzen des Finanzkapitals ausliefern darf.

W. Hübner    

 

Foto: Thaer und der Boden - Ausstellung im Bundespresseamt (Foto: H.Schäfer)