Denkmale zu Ehren Albrecht Daniel Thaers
Thaer-Denkmal (Celle 1873)
Das Celler Denkmal wurde 1873 durch den Landwirtschaftlichen Filialverein Celle zum 45. Todestag Albrecht Daniel Thaers gestiftet und vom Celler Bildhauer Ferdinand Hartzer (1838-1906) geschaffen.
Zunächst wurde das Denkmal in den Triftanlagen aufgestellt, 1960 in den Schlosspark verlegt, 1998 fand es seinen Platz auf einer Verkehrsinsel am Celler Thaerplatz.
Nach einer Restauration erfolgte 2026 die feierliche (Wieder-)Aufstellung erneut auf dem Celler Thaerplatz.
Thaer-Büste (Möglin 1978)
Aus Anlass des 150. Todestages wurde 1978 eine Thaer-Büste im Gutspark Möglin nahe dem westlichen Teichufer aufgestellt.
Die Mamorbüste schuf der Bildhauer Horst Engelhardt (1951-2014) aus Jäckelsbruch bei Wriezen (Oderbruch).
Gedenkstein (Möglin 2006)
Zur 200. Wiederkehr der 1806 gegründeten Mögliner landwirtschaftlichen Lehranstalt wurde der Gedenkstein an der Mögliner Hauptstraße am 14. Oktober 2006 feierlich eingeweiht.
Der 7,9 Tonnen schwere und über 900 Millionen Jahre alte Findling aus Bohuslän-Granit (Westschweden) wurde auf dem Gebiet der Amtsgemeinde Reichenow-Möglin bei Herzhorn aufgefunden.
Die Medaillons wurden durch den Bildhauer Horst Engelhard (1951-2014) aus Jäckelsbruch bei Wriezen (Oderbruch) geschaffen.
Thaer-Denkmal (Berlin 1860)
Das Original des Berliner Thaerdenkmals wurde von Christian Daniel Rauch (1777-1857) kurz vor seinem Tod entworfen und von seinem Schüler und langjährigen Mitarbeiter Hugo Hagen (1818-1890) ausgeführt. Die feierliche Enthüllung erfolgte am 5. September 1860 auf dem Platz vor der Schinkel'schen Bauakademie (seit 1869 Schinkelplatz).
Bei der weitgehenden Zerstörung des historischen Stadtbildes Berlins fiel auch der Schinkelplatz in Trümmer, die Bauakademie und die drei davor aufgestellten Denkmäler von Schinkel, Beuth und Thaer wurden schwer beschädigt.
Angehörige der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin veranlassten die Bergung des Thaerdenkmals und seine Restauration. Zum 200. Geburtstag Thaers im Jahr 1952 konnte das originale Thaerdenkmal im Lichthof (Thaersaal) des Hauptgebäudes der Fakultät (Hauptgebäude der vormaligen Königlich Landwirtschaftlichen Hochschule Berlins) in der Invalidenstraße 42 feierlich (wieder-)aufgestellt werden.
Thaer-Denkmal (Kopie, Berlin 2000)
Im Zuge der Wiederherstellung des Schinkelplatzes nach 1990 waren die Denkmäler von Beuth und Schinkel bereits wieder auf den Platz zurückgekehrt. Um das Ensemble zu vervollständigen, sollte auch Thaer an den ursprünglichen Ort zurückkehren.
Es wurde entschieden, das Original im Thaersaal des Fakultätsgebäudes in der Invalidenstraße zu belassen und eine Denkmal-Kopie für den Schinkelplatz anzufertigen. Diese Möglichkeit war dem Umstand geschuldet, dass das Gipsmodell des Denkmals in einer Gipsformerei in Berlin noch vorhanden war. Die für die Kopie notwendigen Mittel stellte die Ernst-Freiberger-Stiftung in Berlin zur Verfügung.
Im Juli 2000 konnte das Thaer-Denkmal als Kopie auf den Schinkelplatz in einer feierlichen Zeremonie zurückkehren.
Dokumentation: "Ein Denkmal kehrt zurück"
Die Zeremonie um die Wiedererrichtung des Denkmals von Albrecht Daniel Thaer auf dem Schinkelplatz am 12. und 13. Juli 2000 kann im Thaerkanal auf YouTube (kostenfrei) angesehen werden.
Thaer-Denkmal (Leipzig 1850)
Das von Ernst Rietschel (1804-1861) geschaffene Thaerdenkmal wurde 1850 in Leipzig vor der Bürgerschule (Moritzbastei) am Roßplatz aufgestellt, die Grundsteinlegung erfolgte bereits 1843. Bereits wenige Jahre später wurde der Platz neu gestaltet und das Denkmal musste umziehen, von 1859 - 1947 stand es nun neben dem linken Flügel der Bürgerschule (spätere St. Annenschule).
Infolge der kriegsbedingten Zerstörung und Neugestaltung der Leipziger Innenstadt wurde das Denkmal aus dem Stadtzentrum entfernt und gelangte für wenige Jahre auf das Gelände der Landwirtschaftsausstellung agra Leipzig/Markkleeberg, später auf das Gelände der Landwirtschaftlichen Fakultät vor dem neuen Hörsaalgebäude.
Anlässlich des 250. Geburtstages Albrecht Daniel Thaers wurde 2002 der Beschluss gefasst, dem Denkmal wieder einen angemessenen Platz im Stadtzentrum zukommen zu lassen. Nach erfolgter Restauration wurde das Denkmal 2011 feierlich am neuen "alten" Standort an der Moritzbastei eingeweiht.
Ausführlich beschrieben:
Eberhard Schulze (2018): Zur Geschichte des Thaer-Denkmals in Leipzig. In: THAER HEUTE, Bd. 13, S. 55-112.
Thaer-Denkmal (Kaaden 1905, heute Kadan in Tschechien)
Böhmen gehörte um 1900 zur österreichischen Monarchie. In Nordböhmen lebten Tschechen und Deutsche friedlich nebeneinander. Landwirtschaft und Industrie standen im böhmischen Becken, einem der frühen Kulturzentren Europas, in Blüte. Die Höhere Landbauschule in Kaaden, dem heutigen tschechischen Kadan an der Eger, war bereits 1862 gegründet worden.
Nach 1900 entwarf Moritz Cernil die Denkmale für Thaer und Liebig, welche von Karl Legrain und Josef Kraus gefertigt und 1905 vor der Höheren Landbauschule Kadan aufgestellt wurden. Somit stehen zwei bedeutende deutsche Forscher und Unternehmer in böhmischen Sandstein gehauen vor einem Schulgebäude der Stadt Kadan. Die Namen und ihre Verdienste wurden in tschechischer Sprache in die Sockel gemeißelt.
2003 wurde das Denkmal restauriert.

Thaer-Stele (Halle 1914)
1862 wurde Julius Kühn an die Universität Halle berufen. Das von ihm gegründete Landwirtschaftliche Institut in Halle war die erste akademische agrarwissenschaftliche Einrichtung Deutschlands.
Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Landwirtschaftlichen Instituts wurde auf dem heutigen Steintor-Campus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Thaer-Stele am 15. Juni 1914 eingeweiht. Gestiftet wurde das Denkmal vom Halleschen Landwirtschaftlichen Verein und dem Landwirtschaftlichen Bauernverein des Saalkreises.
Weitere Denkmale für Julius Kühn und Wilhelm Rimpau befinden sich in unmittelbarer Nähe.






