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Thaers Erbe in Möglin

Der Thaerhof mit Gutspark in Möglin

 

Inspektorenhaus

Albrecht Daniel Thaer (1752-1828) arbeitete bis 1804 als Mediziner in Celle und beschäftigte sich zunehmend mit landwirtschaftlichen Fragestellungen. Ab 1804 war er auf Einladung des Preußischen Königs dauerhaft in Möglin ansässig und gab den Arztberuf auf. Er bewirtschaftete das Gut Möglin nach rationellen Gesichtspunkten, wirkte als Staatsrat direkt und indirekt an den Preußischen Agrarreformen mit und begründete die landwirtschaftliche Lehre.

Stehle

 

Die frühere Thaersche Wirkungsstätte mit dem Wirtschaftshof, dem Gutshaus, dem Inspektorenhaus und dem Park steht komplett unter Denkmalschutz.

Das Gutshaus wurde 1592 durch Henning von Barfuss erbaut. Thaer erwarb es 1804 als Wohnsitz und erweiterte es um einen Anbau. Seit den 60ger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde es als Internat für landwirtschaftliche Lehrlinge, als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde Möglin und für Veranstaltungen der verschiedensten Art, insbesondere der Weiterbildung, genutzt. Bis 2001 gab es im Haus ein für Jedermann zugängliches Thaerzimmer.

Im Inspektorenhaus mit seiner für die Mark Brandenburg typischen Bauweise aus Feld- und Ziegelsteinen befand sich bis Ende 2007 die Dauerausstellung über Thaer. Außerdem war es Sitz der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer e.V. Der damalige Eigentümer kündigte die Räume. Ausstellung und Sitz der Fördergesellschaft mussten in ein neues Domizil ausweichen, das gemeinsam mit der Gemeinde Reichenow-Möglin 2008/2009 errichtet wurde.

Das Thaersche Grab in Möglin

Im Park befinden sich das Thaergrab und eine Stele mit Thaerbüste von 1978, aufgestellt zum 150. Todestag. In der benachbarten Dorfkirche ist eine kleine Nebenausstellung über Thaer und seinen Einfluss auf die heutige Landwirtschaft zu sehen. Sie entstand 2004 aus Anlass der 200. Wiederkehr des Kaufes von Möglin durch Thaer.

Um das Gedenken an Thaer materiell abzusichern, erfolgten 1992 Sanierungsarbeiten am Gutshaus und am Inspektorenhaus mit Fördermitteln in Höhe von mehr als 750.000 DM. Die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) verkaufte das Objekt 1996 mit Zustimmung des Landes Brandenburg leider ohne eindeutige Auflagen zur Absicherung des Thaergedenkens. Nach Auslaufen der Bindungsfrist der Fördermittel war ab 2007 nur noch der Park uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich. Die anderen Objekte waren privatisiert und standen nicht zur Verfügung. 

 

Seit 2010 ist die Lindhorst Gruppe aus Winsen (Aller) neuer Eigentümer und hat 2013 umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Gebäuden begonnen. Der Besuch des auf dem Gelände gelegenen Grabes Albrecht Daniel Thaers ist in Absprache mit der Fördergesellschaft möglich.